Was uns heilig ist

  • Ausgangspunkt war für uns das Evangelium von der Tempelreinigung (Joh 2,13-25), das die Liturgie für den 3. Fastensonntag vorsieht. Jesus räumt im Tempel kompromisslos auf, damit der Tempel wieder zu einem Ort wird, wo Menschen dem Heiligen begegnen können. (Im Predigtvorschlag wird dieses Evangelium näher ausgelegt)
  • Religion möchte das Heilige schützen und zugleich einen Zugang zum Heiligen eröffnen – durch heilige Räume (Kirchen), Liturgie (Gottesdienst), heilige Zeiten (z.B. den Sonntag). Wie erleben wir das?
  • Heilig – das ist weit weg, sozusagen im Himmel, ein unerreichtes Ideal, während sich unser profanes Leben auf der Erde abspielt. Dazwischen ist ein gewaltiger Abstand.
  •  Aber vom Heiligen geht auch etwas aus, das heil und ganz macht. Wer vom Heiligen berührt wird, kann heil werden. Nicht weil er selbst perfekt ist, sondern in Verbindung mit dem Heiligen. Menschen haben diese Erfahrung mit Jesus gemacht. Von ihm ging eine heilende Kraft aus.
  • Wo erfahren wir das Heilige? Was lässt uns staunen und ehrfürchtig davor zurücktreten? Und was ist das für uns? (Gott, Leben, Schöpfung, …)
  • Die religiöse Dimension des Heiligen spielt in unserer Gesellschaft immer weniger eine Rolle. Geht dadurch auch etwas verloren? Was ist uns heute „heilig“?
  • Vielen Menschen sind ihre Beziehungen „heilig“. Das ist einerseits ein großer Wert, andererseits werden Beziehungen dadurch auch überfordert.
  • Was lässt Familien „heil“ werden, was brauchen sie dafür an äußeren Rahmenbedingungen und an inneren Haltungen? Kann es für Familien eine Chance sein, dem „Heiligen“ einen Raum zu geben?
  • Lange war die „Heilige Familie“ ein unerreichtes Ideal, das verhindert hat, sich mit der Realität von Familienleben auseinanderzusetzen. Gerade in der Kirche fällt es schwer, Konflikte, Spannungen und Brüche auszuhalten und nicht auszugrenzen.
  • Der Missbrauchsskandal hat viele, gerade gläubige Menschen erschüttert. Die Kirche hat ihren Anspruch auf „Heiligkeit“ verloren. Wie kann diese tiefe Krise überwunden werden?

Mechthild Alber, Referentin im Fachbereich Ehe und Familie